Einschlafrituale

Einschlafrituale

Das abendliche Ritual gibt Kindern Sicherheit und hilft Ihnen, sich vom Tag zu verabschieden. Damit ein Ritual Ihrem Kind hilft, abends schnell und ruhig einzuschlafen, sollten einige Grundregeln beachtet werden. Ein gutes Einschlafritual besteht aus mehreren Elementen, die jeden Abend gleich aufeinander folgen.

Was bewirken abendliche Rituale?

Kindertage sind aufregend. Ein Kind lernt täglich Neues dazu, manchmal fällt es ihm dann abends schwer, zur Ruhe zu kommen. Hier helfen Vorgänge, die sich täglich in gleicher Form wiederholen: Rituale haben durch den Wiederholungscharakter eine beruhigende Wirkung, gleichzeitig versichern sie dem Kind, dass das Leben verlässlich ist und auch nachts sicher und in geordneten Bahnen verläuft. Die Sicherheit, die Kindern dadurch vermittelt wird, stärkt die Familienzusammengehörigkeit und hilft dem Kind gleichzeitig, Struktur in den Tag zu bringen. Es weiß: nach dem Einschlafritual ist der Tag zu Ende und es ist Schlafenszeit. Dabei gilt: Je kleiner ein Kind ist, desto wichtiger sind gleichbleibende Rituale und das gilt nicht nur für den Tagesausklang.

Regeln für  Einschlafrituale

Die Rituale, die Kindern beim Einschlafen helfen, sollten an das Alter des Kindes angepasst sein. Der grundsätzliche Aufbau und die Regeln für Einschlafrituale sind in allen Altersgruppen gleich.

  • Das Ritual sollte jeden Abend mit einem möglichst gleichen Ablauf stattfinden.
  • Bei älteren Kindern können Variationen entstehen, zum Beispiel durch Gespräche, die durch Fragen der Kinder entstehen.
  • Die Dauer des Einschlafrituals sollte klar festgelegt sein.
  • Das Ritual wird – wenn irgendwie möglich – nicht unterbrochen.
  • Das Ritual muss einen klaren Anfang und ein klares Ende haben.
  • Das Ritual lebt weniger durch Worte als durch Handlungen, die jeden Abend in gleicher Form stattfinden.

Potentielle Einschlafrituale:

Die Gutenacht-Geschichte

Eines der üblichsten Einschlafrituale ist wohl die Gutenacht-Geschichte. Sie bringt das Kind zur Ruhe, da es nicht mehr in Bewegung ist, sondern zuhört. Eine gute Gelegenheit, sich zusammen mit dem Kind aufs Sofa oder ins Bett zu kuscheln. Die Gutenacht-Geschichte ist allerdings eher als ein Element eines Einschlafrituals zu sehen. Die Vorbereitung darauf, wie Ausziehen, Waschen, Zähneputzen, Wickeln sind vorbereitender Teil des Rituals und sollten ebenfalls in der immer gleichen Abfolge stattfinden. Nach der Gutenacht-Geschichte kann ein Kuss auf die Stirn, das nochmalige sorgfältige Zudecken oder ein letztes „Ich hab dich lieb“ das Einschlafritual abschließen. Bilderbücher, die sich ideal als Gutenacht-Geschichte eignen wären z.B: „Deine Hand in meiner Hand“ von Mark Sperring, „Weißt du eigentlicht, wie lieb ich Dich hab?“ von Sam McBratney oder „The Runaway Bunny“ von Margaret Wise Brown!

Das Gutenacht-Lied

Für das Gutenacht-Lied gelten die gleichen Regeln wie für die Gutenacht-Geschichte. Es eignet sich, verbunden mit körperlicher Nähe, vor allem für kleinere Kinder. Später kann ein kurzes Lied das Einschlafritual abschließen. Bei der Auswahl sollten typische Gutenacht-Lieder beziehungsweise ruhige getragene Melodien gewählt werden.

Blick aus dem Fenster

Schon auf Babys ab einem Alter von sechs Monaten kann der abendliche Blick aus dem Fenster ein Teil des Einschlafrituals sein. Wichtig dabei ist, dass eine ruhige Atmosphäre herrscht und die Aussicht nicht gerade auf eine belebte Verkehrsstraße geht. Setz das Baby auf deinen Schoß und bleibe einige Minuten so sitzen. Schau mit ihm gemeinsam aus dem Fenster. Anschließend kann die eingetretene Ruhe genutzt werden, um das Baby ins Bett zu legen.

Einschlaf-Massage

Für eine beruhigende Massage musst du keine besonderen Kenntnisse haben. Mit einer Kerze und eventuell leiser Musik schaffst du eine entspannte Atmosphäre, in der auch schon kleine Kinder eine entspannende Abendmassage als Einschlafritual genießen können. Benutze ein Massageöl, das möglichst geruchsneutral ist und massiere dein Kind mit ruhigen Bewegungen.

Fazit:

Einschlafrituale gibt es viele und welches du persönlich auswählst, hängt von dir und deinem Kind ab. Bei der Auswahl solltest du beachten, dass ein Ritual auf Dauer angelegt ist und sich im Nachhinein nicht so leicht ändern lässt. Überlege dir also vorher genau, wie viel Zeit du für das abendliche Ritual einplanen möchtest und was dir selbst gefällt.

 

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