Ist Intelligenz erlernbar?

Liegt die Intelligenz der Kinder in ihren Genen oder kann sie durch Förderung frühzeitig beeinflusst werden? Diese Frage beschäftigt viele junge Eltern.

Nie mehr lernen Kinder soviel in so kurzer Zeit wie in ihren ersten Lebensjahren. Sie saugen die Informationen förmlich auf. Da werden täglich Geheimnisse erforscht und gelüftet, Dinge ausprobiert und beobachtet und die gewonnenen Erkenntnisse gespeichert. In jeder wachen Minute wird neues Wissen registriert und verarbeitet.

Kleinkind, Umwelt, Gehirn und die freie Entfaltung. Neurobiologe Prof. Dr. Gerald Hüther.

Interessen fördern

Je früher ein Mensch mit dem Lernen beginnt, umso einfacher hat er es in seinem späteren Leben. Je vielfältiger die Angebote in den ersten Lebensjahren sind, desto intensiver wird das Gehirn trainiert und die Intelligenz dadurch gefördert. Eltern, Erzieher und die Umwelt nehmen dabei ebenso einen großen Einfluss darauf, welche Vorlieben das Kind später einmal entfalten wird.

Für die Lernfähigkeit und Intelligenz sind die Nervenzellen im Gehirn verantwortlich. Wie sich diese Nervenzellen im Laufe der Jahre entwickeln, ist genetisch nicht vorprogrammiert. Es besteht jedoch ein riesiges Angebot an Verknüpfungsmöglichkeiten der Neuronen. Unendlich viele Möglichkeiten sind vorhanden – aber was jedes Individuum daraus macht, wird von den unterschiedlichsten Faktoren beeinflusst.
Alle Nervenverbindungen, die das Kind in seinem Alltag regelmäßig benötigt, werden verankert, alle anderen verkümmern. Alle Erfahrungen, die das Interesse des Kindes wecken, werden im Gehirn gesammelt. Wichtig dabei ist vor allem die Begeisterung, denn dadurch werden die emotionalen Zentren aktiviert und das neu erworbene Wissen gespeichert.

Lust am Entdecken

Motivation und Förderung durch Eltern und Erzieher sind durchaus hilfreich, aber die Interessen und Talente des Kindes sollten dabei die Richtung seiner Förderung bestimmen. Denn nur, wenn sich der Mensch für eine Sache begeistern kann, verankert sich das Gelernte im Gehirn. Die Erwachsenen sollten daher auf die Neigungen ihres Nachwuchses eingehen und darauf Rücksicht nehmen.

Ermutigungen und Anregungen können die Kinder motivieren, unbekannte Erfahrungen zu machen und sich auf Neues einzulassen. Dabei stehen Lob und die Freude am Ausprobieren im Vordergrund. Diese positiven Erfahrungen werden besonders gut in Erinnerung behalten.

Sprache als Motor

Zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr entdeckt das Kleinkind die Sprache und entwickelt ein Sprachverständnis. Zum Denken und Lernen braucht das Kind Begriffe, denn erst durch die Wörter wird das Gelernte im Bewusstsein fixiert. Deshalb erinnert sich kaum jemand an die Zeit vor dem Sprechen lernen. Durch das Verstehen der Wörter wird die Umwelt Stück für Stück erobert.

Zeit geben und nehmen

Die wichtigsten Voraussetzungen, damit die Kleinen ihre Begabungen entfalten können, sind neben Geborgenheit auch ein liebevoller Umgang ohne Leistungsdruck. Dazu braucht es Geduld, Aufmerksamkeit und Zeit – ob nun von den Eltern zu Hause oder von den Pädagogen in der Kindergrippe. Laut Studien sollten sich pro Erzieherin maximal 4 Kinder in der Gruppe befinden. So bekommt jedes Kind von der Pädagogin genügend Aufmerksamkeit. Mit jedem weiteren Kind wird es immer schwieriger, die Nähe zu ermöglichen, die das Kind für seine Intelligenzentwicklung benötigt.

Unseren Kinder in den ersten Lebensjahren so zu begleiten, damit sie ihre immense Lust am Entdecken nicht verlernen, ist der optimale Weg, um auch ihre Intelligenz zu fördern.

 

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