Sicherheit am Schulweg: Gefahrlos in die Schule

Sicherheit am Schulweg: Gefahrlos in die Schule

In wenigen Tagen startet ein neues Schuljahr und der tägliche Wahnsinn vor der Schule beginnt von neuem. Da tummeln sich munter die Schüler vor der Schule, dazwischen parken Autos und der Bus versucht auch noch vorbei zukommen. Kinder springen aus dem Auto und laufen zur Schule. Größere Schüler mit schweren Schultaschen düsen mit Scootern heran. Stress pur jeden morgen vor der Schule. Leider gibt es immer wieder Unfälle in diesem Zusammenhang. Doch das muss nicht sein. Viele Unfälle wären vermeidbar!

Vermeidbare Unfälle

Obwohl die Unfallstatistik der letzten Jahre weniger Unfälle am Schulweg aufzeigt, verunglückten doch fast 500 Schüler zwischen 6 und 15 Jahren auf dem Weg zur und von der Schule. Und das sind 500 Unfälle zu viel!
Vor allem Schüler im Alter von 7 Jahren gelten als besonders gefährdet, weil sie den Schulweg meist schon alleine zurücklegen, sich eine Routine eingeschlichen hat und die gelernten Sicherheitsregeln dabei gerne in Vergessenheit geraten. Andererseits stärkt der Schulweg – zu Fuß bewältigt – die körperliche Fitness der Kinder und deren Selbstständigkeit. Fakt ist leider, dass die jüngsten Verkehrsteilnehmen noch nicht so verkehrssicher sind und die Gefahren im Straßenverkehr unterschätzen.

Unachtsame Autofahrer

Die größere Schuld an den Verkehrsunfällen mit Schulkindern liegt aber
bei den Autofahrern, den sie gefährden die Jüngsten durch überhöhte Geschwindigkeit, Ablenkungen wie zum Beispiel dem Handy und Unachtsamkeit bei unübersichtlichen Stellen.

Die meisten Schüler, die am Schulweg verunglücken, sind zu Fuß (61%) unterwegs. Besonders gefährdet sind die jungen Menschen am Heimweg, weil nach dem langen Sitzen der Bewegungsdrang besonders groß ist.

Viele Unfälle könnten vermieden werden, wenn nur ein paar Sicherheitsmaßnahmen werden. Wir haben die wichtigsten Tipps zur Unfallvermeidung am Schulweg für Sie zusammengestellt:

So schützen Sie Ihr Kind am Schulweg

Reflektoren auf der Straßenkleidung, auf der Schultasche oder auf dem Rucksack machen Ihr Kind bei schlechten Lichtverhältnissen sichtbar. Erhöhte Vorsicht ist an dunkleren Tagen, bei Regen und Nebel geboten. Die beliebten „Reflektorbärchen“ können Sie gratis im Servicebüro des bmvit bestellen und an der Schultasche montieren.

Gemeinsam üben: Gehen Sie vor dem ersten Schultag den Schulweg Ihres Kindes sorgsam ab und suchen Sie nach möglichen Gefahrenquellen. Danach steht einem gemeinsamen Spaziergang zur Schule mit dem jungen Schulkind nichts mehr im Wege. Erklären Sie ihm, worauf es im Straßenverkehr ankommt. Wie und wann das Kind von einem Autofahrer gesehen wird und wie lange es dauert, bis ein Fahrzeug zum Stillstand kommt. Das Spiel zur Verkehrserziehung visualisiert den Kindern den langen Bremsweg eines Autos. Gerade im Volksschulalter werden die Gefahrenstellen besser eingeprägt je öfter man den Schulweg gemeinsam abgeht.

Melden Sie vermeidbar Gefahrenstellen der Schule oder der Gemeinde. Meist erzielen die einfachsten Vorsichtsmaßnahmen eine große Sicherheitswirkung.

Das Wichtigste ist, dass das Kind vom Autolenker gesehen wird. Daher sollten Lenker und Kinder den gemeinsamen Blickkontakt suchen. Erst wenn das Kind das Gefühl hat, registriert worden zu sein, sollte es die Straße betreten. Davor muss das Kind links und rechts schauen, um abzuklären, ob ihm auch wirklich kein Auto oder Autobus gefährlich werden kann. Leider bieten sowohl der Zebrastreifen als auch eine grüne Ampeln keinen Freibrief für eine sorglose Fahrbahnüberquerung – auch hier gilt: Blickkontakt herstellen und erst losstarten, wenn die Straße frei ist bzw. alle Autos angehalten haben.

Das Queren der Straße an unübersichtlichen Stellen muss auf jeden Fall vermieden werden. Zeigen Sie dem Kind, welche Stellen gute Sicht auf die Fahrbahn und deren Umgebung bieten.

Wer Schüler mit dem Auto in die Schule bringt, sollte darauf achten, dass sie auf der Gehsteigseite aussteigen. Denken Sie bereits bei der Montage des Kindersitzes daran.

Auch Busfahren muss gelernt sein

Schüler, die mit dem Bus zum Unterricht fahren, sollten beim Aussteigen vorsichtig sein und erst die Straße queren, wenn der Bus die Haltestelle verlassen hat. Beim Warten auf den Bus gibt es kein Herumspielen und Toben. Weisen Sie ihr Kind immer wieder darauf hin.

Besonders die Autofahrer müssen bei einer Bushaltestelle konzentriert sein, da jederzeit Schulkinder auf die Straße springen können.

Sprechen Sie mit Ihrem Sprössling über mögliche Ablenkungen am Schulweg, wie Spielsachen, auffallende Schaufenster und gegebenenfalls auch Handys. Außerdem können Freunde, Tiere oder auch Baustellen die Aufmerksamkeit der Kinder beeinträchtigen.

Denken Sie als Erwachsener immer an Ihre Vorbildwirkung und vermeiden Sie unüberlegtes Queren der Straße. Es dient ja auch Ihrer Sicherheit.

Egal wie cool du bist, wenn ein Kind an der Ampel steht und wartet, wartest du gefälligst auch!

Egal wie cool du bist, wenn ein Kind an der Ampel steht und wartet, wartest du gefälligst auch!

Beobachten Sie ihr Kind, ob es die besprochenen Vorsichtmaßnahmen auch einhält. Vielleicht bedarf es ja einer kleinen Nachschulung :-).

Übrigens: Kinder dürfen erst ab 12 Jahren allein mit dem Scooter im Straßenverkehr unterwegs sein. Mit einem Fahrradausweis dürfen schon 10-Jährige damit herumfahren. Ansonsten muss sie eine mindestens 16-jährige Aufsichtsperson begleiten.

Projekte „Sicherer Schulweg“

Um die Verkehrssicherheit auf Österreichs Schulwegen zu erhöhen, wurde von der VCÖ die Aktion „Sicherer Schulweg“ ins Leben gerufen. Die Eltern werden dabei eingeladen, Gefahrenstellen am Schulweg ihres Kindes in einer Online-Karte einzutragen und das Problem zu beschreiben. Die gemeldeten Gefahrenstellen werden anschließend an die zuständigen Behörden weitergeleitet.

Die AUVA hat für die Sicherheit der Schulkinder Schulwegpläne für verschiedene Volksschulen in Österreich zusammengestellt. Dabei werden auf Details, wie sichere Straßenseiten oder die besten Überquerungsstellen hingewiesen.

Auch die Verkehrssicherheitsfilme der Kinderfreunde machen auf unterhaltsame Weise auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam und erklären, wie Fußgänger, Autofahrer und Busfahrer sicher miteinander und nebeneinander am Straßenverkehr teilnehmen können.

 

Titelbild: shutterstock.com

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